AUSSTELLUNG

 

EinBlick in Weite und Tiefe

 

ÄRZTEHAUS IM PARK

 

Praxis Prof. Dr. Hasan Kulaksiz

Seestraße 90 | CH-8002 Zürich | Tel: +41 44 201 7750

 

 

Eröffnung  14. Juni 2017 | 17 Uhr

 

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag  8 bis 17 Uhr

 

Kooperation mit GALERIEGERDUHLIG.DE

artConsulting

 

 

neu

 

 

AUSSTELLUNG

 

DerMensch - DasLeben - DieNatur

Aktskizzen - Handdrucke - Ölbilder

von Barbara Grob-Nef (Herisau)

 

Praxisräume Ingrid Hubmann

 

Unterrain 2

CH-9053 Teufen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Laudatio zur Ausstellung von Barbara Grob-Nef

"EinBlick in Weite und Tiefe"

Vernissage am 14. Juni 2017  in Zürich – Seestrasse 90

 

Das Thema dieser Ausstellung “ EinBlick in Weite und Tiefe“ wurde vor allem deshalb gewählt, weil es den künstlerisch arbeitenden Menschen Barbara Grob-Nef bezeichnend spiegelt.

Uns, dem Kunstpublikum, wird hier nur geringer Einblick in das vielseitige OEufre der Künstlerin gewährt.

Wir erfahren in ihren Werken, wie sie der Einheit von Kunst und Leben, neue Ursprünglichkeit verleiht. Ihre Kunst entdeckt das ursprüngliche Sein der Dinge.  Dabei baut sie die in Unordnung geratenen Elemente in der Natur in einem frischen nicht akademischen Gestus neu auf.

In kontemplativer, meditativer Versenkung in ihre Themenwelten, entstehen energiereiche Konzentrierungen meist naturaler Motive und entführen den Betrachter in die verzauberten Zeiten des späteren Impressionismus.

Alle Motive sind mehr oder weniger erlebt. Erlebt im Sinne von Sehen, Staunen, Bewundern, Begreifen. Die Künstlerin sagt von sich:

 

Mich bewegen landschaftliche Eindrücke.

Weite, Licht, die Farben der Natur und die landschaftliche Stimmung je nach Jahres- oder Tageszeit.

Erste Begegnung werden verinnerlicht, sie werden von mir mitgetragen als Eindruck.

Später im Atelier öffnen sich die Eindrücke zu einem inneren Bild:

Die künstlerische Schöpfungsquelle ist jetzt aktiviert!

 

Danach reihen sich Impression an Impression. Die Gefühle der ursprünglichen Stimmungsaufnahme vermengen sich mit Empfindungen und kommulieren mit Farbigkeit zu einer Essenz – es Intensiviert aus der erinnerten Wahrnehmung zu einem Ganzen in der Bildsprache.

 

Was zeigt mir die Landschaft?  Es ist die Weite in der flächigen Ausdehnung und die Weite des Himmels. Die natürlichen Perspektiven – Berge, Täler, Bäche, Wälder, Felsen usw.

Pflanzen werden von mir skizziert und entstehen danach zur Studie, ohne dass sie vorgezeichnet werden, direkt mit dem Pinsel auf dem Malgrund.

Wie ist die Architektur, die Anatomie einer Pflanze? Ich erforsche das Wesen – seine Essenz

Am Beispiel von Ranunkeln: Hier ist die Grundform die Kugel der Charakter. Aber auch zugleich ein Spiel von Üppigkeit, die uns die Natur zeigt, die sie uns schenkt.

 

 

Das sensitive Empfinden der Künstlerin komponiert mit überwiegend intensiver Festigkeit und Dichte, ja nicht selten auch mit ausdrucksstarker Konturierung der Themengestaltung, wobei übergreifender Formenzusammenhang das Leitthema im Blickfeld hält, es konzentriert.

Das kennt man zB. von den „Brücke“ Künstlern, Kirchner, Pechstein, Heckel.

 

Das künstlerische Genre bleibt authentisch, auch dann, wenn es zum Themenwechsel kommt.

Wenn der Pfau aus dem Rieterpark in den Goldrahmen springt oder die Fee auf der Federbrücke balanciert, zeigen sich zarteste Assemblage, ästhetische Ansprache, Harmonie in Schönheit und Anmut und Zeitlosigkeit, wie wir es zum Beispiel von künstlerischen Werken aus der Jugendstilepoche erinnern.

 

Dann wieder abstrakte oder abstrahierte Kompositionen und immer wieder diese Genialität der Bildsprache von Barbara Grob-Nef. Achten Sie bewusst einmal auf die gewollte Blickführung. Die Künstlerin lässt den Betrachter nicht allein. Sie navigiert ihn immer wieder zurück zu seinem visuellen Ausgangspunkt – von wo auch immer er ihn begonnen hat.

Ihre Bildkonzeption vermeidet generell das Abbilden.

 

Die Courage des experimentellen Herangehens, die Energie in den ebenso experimentellen technischen Ausgangskompositionen sind elementar für Künstlerinnen und Künstler, die einen anerkannten Stellenwert in der Kunstwelt erzielt haben bzw sich auf dem Weg dorthin befinden.

Barbara Grob-Nef ist dort still und vorsichtig angekommen. Und ich darf Georg Baselitz widersprechen, wenn er behauptet: Frauen malen nicht sehr gut.

 

 

Wenn wir uns einem Kunstwerk nähern, haben wir nicht nur Anteil am Ergebnis des intentionalen Spiels einer anderen Person in ihrem fiktiven Raum, wir dürfen auch selbst spielen, sinnieren, träumen, hinterfragen und theoretisieren.

Als Betrachter finden auch wir uns in einem Potenzialraum zwischen uns und dem, was wir sehen, weil Wahrnehmung aktiv und kreativ ist, und weil Kunstwerke uns nicht nur intellektuell, sondern emotional, körperlich, bewusst und unbewusst anziehen, und diese Beziehung, dieser Dialog kann schier endlos sein. Aber wenn wir ein Kunstwerk lieben, vollzieht sich immer eine Art Erkennen. Das Objekt spiegelt uns, aber nicht wie ein Spiegel uns unser Gesicht und unseren Körper zurückwirft. Es spiegelt die Wahrnehmung des Anderen, des Künstlers, die wir uns zu eigen gemacht haben, weil es etwas in uns anklingen lässt, das wir für wahr halten.

Diese Wahrheit mag bloß ein Gefühl sein, nichts als ein summender Nachklang, den wir nicht in Worte fassen können, oder sie mag sich zu einer gewaltigen diskursiven Auseinandersetzung entwickeln, sie muss aber sein, damit die Verzauberung stattfindet – dieser Ausflug ins Du, das auch ein Ich ist.

 

 

Ich möchte Ihnen gern – soweit es aus diesem reduzierten Blickwinkel möglich ist -  zwei oder drei Werke der Künstlerin präsentieren und ein wenig interpretieren.

 

Da sind zunächst die dominanten „Naturelemente“.

Diese Arbeit wirkt vielleicht zuerst apokalyptisch?

Sie zeichnet sich durch kraftvoll strömende Naturenergie aus. Die Energie der ewigen Natur, sich einst an den Menschen verlorenes Terrain wieder zurück zu erobert.

Das geschieht dann, wenn menschliche Zivilisation versagt oder aufgegeben wird. Oder vielleicht nach einem Fall-Out?

Die zivilisatorischen Spuren sind noch unscharf vorhanden. Man vermutet – Industrie, Wohntürme..

Die Natur siegt indem sie das ihr einmal vom Menschen abgerungene wieder in Besitz nimmt.

 

Die Bildkonzeption ist nur zum Teil klassisch, hierarchisch konstruiert. Aber sie stimmt!

Und gleichzeitig irritiert sie, in dem sie uns sagt: He - Es stimmt doch nichts mehr!

Ich habe manipuliert!

Und nun ist der Betrachter an der Reihe. Ihm bleibt der Dialog mit seiner Wahrnehmung und mit dem Werk.

 

 

Diese Besiegten Menschen wiederum finden wir nun in der Menschengruppe.

Sie sind arglos mit sich beschäftigt. In Gedanken versunken bewegen sie sich in ihrem ICH. Keinesfalls an den Anderen interessiert, den sogenannten Mitmenschen. Ein sehr zeitgemäßes, zeitkritisches Genrebild. Eine Szene aus unser aller Alltag.

Das Allegorische fragt:

Worauf vertrauen Sie? An was glauben Sie? Woran denken Sie? Sehen SIE sich dort? Wissen Sie, was um sie herum geschieht? Ahnen sie es? Interessiert es sie?

Interessiert es SIE?

 

Das Wartezimmer wurde thematisch dem Rieterpark gewidmet.

Der Rieterpark oder die Welt, im Großen wie im Kleinen

Wer ihn kennt, der erkennt ihn. Hier ist unverändert Kraft im Spiel. Naturkraft. An das Licht strebende Bäume, Pflanzen, Blüten.

Sehen Sie sich auch? Halb versteckt im Spiel der Kinder? Hinter einem der Bäume oder Büsche?  Oder auf einer Parkbank?

Der Duktus kraftvoll konsequent und zugleich verspielt leicht luftig, freundlich, hell und aufgeschlossen.

EinBlick in Weite und Tiefe hier ist das Thema meine Damen und Herren.

 

Lichtgeburt – eine abstrakte Farb- und Formenkombination.

Eine Energiequelle im Mittelpunkt formt sich zu einer hellen Lichtquelle und wird vielleicht im nächsten Augenblick das ganze Bild – den gesamten Raum durchfluten. Lassen Sie es zu, mit diesem dynamischen Bild zu kommunizieren. Oder halten Sie es wie Picasso: Man sollte nicht so viel über Bilder sprechen, sondern viel mehr die Bilder selber sprechen lassen.

 

Die Künstlerin und ich bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen viele schöne Eindrücke und interessante Gespräche.

 

Gerd Uhlig

Kunstvermittler – galeriegerduhlig.de

 

 

 

 

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